Teamgründung

Definition

Tun sich mehrere Gründer zusammen, um gemeinsam ein Unternehmen auf die Beine zu stellen, dann spricht man von einer „Teamgründung“. Vor allem in der Startup- und Online-Welt steigt der Anteil von Unternehmen, die im Team gründen, deutlich.

Bedeutung für Gründung und Businessplan

Der Businessplan ist für euer Team eine hervorragende Chance, euch über die gemeinsamen Ziele eurer Gründung zu verständigen. Die Arbeit am Businessplan wird so zum Testlauf der späteren gemeinsamen Arbeit im Unternehmen. Und beugt unliebsamen Missverständnissen vor.

Ob eine Teamgründung für dich das Richtige ist, findest du nur heraus, indem du die Vor- und Nachteile für deine spezielle Situation und deine individuelle Geschäftsidee gründlich abwägst – und dich dabei im besten Fall von einem Coach unterstützen lässt.

Einige der Vorteile sind:

  1. Bei einer Teamgründung könnt ihr auf ein breiteres Spektrum persönlicher, fachlicher und kaufmännischer Kompetenz zurückgreifen. Davon profitiert ihr vor allem intern, aber auch nach außen: Euren Kunden könnt ihr „alles aus einer Hand“ anbieten.
  2. Ein hohes Arbeitsvolumen kann zwischen den Gründerinnen und Gründern aufgeteilt werden. Das ist gerade bei besonders ambitionierten Projekten von Vorteil.
  3. Motivation und Inspiration sind höher im Team, als wenn du alles alleine machen musst.
  4. Als Team habt ihr ein größeres Netzwerk und damit auch mehr Kontakte für euer Unternehmen.
  5. Im Krankheitsfall können sich die Teammitglieder gegenseitig vertreten.

Aber auch die Kehrseiten von Teamgründungen sollten nicht ungeachtet bleiben:

  1. Für eine erfolgreiche Teamgründung muss sich überhaupt erst einmal ein geeigneter Mitgründer finden, mit dem du nicht nur persönlich, sondern auch fachlich harmonierst. (Dazu findest du eine hilfreiche Checkliste in unserem Gründungsblog)
  2. Das Arbeiten im Team birgt ein höheres Risiko – für persönliche Konflikte, aber auch, im schlimmsten Fall, bei der gemeinsamen Haftung.
  3. Der Abstimmungsaufwand bei der Gründung im Team ist höher, da sonst jeder denkt: „Der andere kümmert sich schon drum.“

Wenn bei dir gute Gründe für die Existenzgründung im Team sprechen, dann solltest du das auch in deinem Businessplan darstellen. Denn Investoren wissen ein starkes Team zu schätzen. Es ist maßgeblich für den späteren unternehmerischen Erfolg. Im Businessplan sollten das Thema „Team“ also bei allen relevanten Punkten Erwähnung finden:

  • Im Kapitel „Gründerperson(en)“ des Businessplans solltet ihr ausführlich darstellen, welches Teammitglied welche Kompetenzen hat und wie ihr euch ergänzt. Auch im Bankgespräch oder bei der Fördermittel-Beantragung ist das übrigens ein wichtiges Thema.
  • Als Teamgründer wollt ihr alle von eurem Unternehmen leben. Deshalb müssen auch die Lebenshaltungskosten aller Teammitglieder finanziert werden. Das müsst Ihr bei der Berechnung der Geschäftsführer-Gehältern oder Privatentnahmen auch im Businessplan berücksichtigen. (Weitere Infos zum Thema Privatentnahme hier)
  • Wenn der Umsatz in direkter Verbindung mit einzelnen Teammitgliedern steht, dann sollte ihr das im Businessplan auch erwähnen. Beispielsweise bei einem Beratungsunternehmen mit verschiedenen Schwerpunkten oder bei einer Heilpraktiker-Praxis mit unterschiedlichen Leistungsangeboten.
  • Überall wo bei Gründung oder Geschäftsführung die persönliche Kompetenz eines Teammitglieds eine besondere Rolle spielt, solltet Ihr das auch erwähnen – sowohl im Businessplan als auch im Bankgespräch.
  • Im Anhang zum Businessplan sollten die Lebensläufe und gegebenenfalls Zeugnisse des gesamten Existenzgründer-Teams aufgenommen werden.

SmartBusinessPlan-Tipps

  • Wenn du noch unsicher bist, ob eine Teamgründung das richtige für dich und deine Geschäftsidee ist, starte lieber erstmal alleine. Fehlendes Knowhow kannst du dir erstmal über freie Mitarbeiter holen. Vielleicht ist da sogar ein potenzieller Partner dabei. Ein Zusammenschluss – ganz gleich in welcher Form – ist später immer noch möglich. So brauchst du nichts zu überstürzen, sondern kannst dir Zeit nehmen, um deinen potenziellen Partner kennen zu lernen.
  • Um den richtigen Mitgründer für deine Unternehmung zu finden, solltest du dir eine Liste machen, auf der genau steht, welche relevanten Fähigkeiten du mitbringst, und welche dir noch fehlen. Nur so kannst du klar definieren, wen du suchst bzw. was er mitbringen sollte. Wenn du das alles genau weißt, helfen Online-Plattformen wie Founderio oder startupsucht, die sich die Suche nach dem passenden Mitgründer selbst zum Geschäftsmodell gemacht haben.
  • Lasst euch regelmäßig coachen – vor und nach der Gründung! Das Konfliktpotenzial in Teams ist groß. Also holt Ärger und schwierige Punkte lieber kontrolliert auf den Tisch, bevor das ganze irgendwann außer Kontrolle gerät.
    Coaches bedienen sich häufig Tools aus dem Personalwesen, mit denen sich Motivation und Eigenschaften besser einschätzen lassen (Reiss Profile, DiSG-Methode).
  • Schließt für eure Teamgründung so früh wie möglich eine schriftliche Zielvereinbarung ab. Haltet darin euer gemeinsames Ziel als Präambel fest und skizziert gute wie schlechte Szenarien und jeweils konkrete Konsequenzen. Ein juristisch geprüfter Vertrag ist für die Anfangsphase meist zu aufwendig und zu teuer. Aber spätestens wenn die Geschäfte ans Laufen kommen, muss ein professionelles Vertragswerk her, das in Lösungen und wirtschaftlichen Zusammenhängen denkt. Und das Exit-Klauseln enthält und Aufgaben und Befugnisse ganz klar festlegt. Diesen Vertrag solltet ihr euch dann im Team regelmäßig vornehmen und ggf. anpassen.
  • Lies mehr zum Thema Teamgründungen im Blog-Artikel „Mitgründer“.

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