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Finanzen

Break Even Point

Definition

Der Break Even Point bezeichnet die Schwelle, an der sich der Verlust deines Unternehmens in Gewinn verwandelt (bzw. verwandeln kann). Der Begriff „Break Even Point“ kann im Deutschen mit „Gewinnschwelle“ übersetzt werden. Hier hat dein Unternehmen genauso viele Einnahmen (Erlöse) wie Ausgaben (Kosten). Wird er überschritten, macht man Gewinne. Wird er unterschritten, macht man Verluste.

Bedeutung für Gründung und Businessplan

Der Break Even Point gibt dir Auskunft darüber, ab welchen Mengen und Preisen du aller Voraussicht nach mit ersten Gewinnen rechnen kannst. Für Banken, Investoren und Gründungsförderer ist von besonders großem Interesse, wann du diesen Punkt erreichst. Denn mindestens bis zu diesem Termin muss das auflaufende Minus finanziert werden. Viele öffentliche Förderprogramme berücksichtigen das durch tilgungsfreie Anlaufzeiten.

Als typisch und mit Bankkrediten finanzierbar gilt der Break Event Point im Monat 6-18. Alles darüber hinaus kollidiert mit der auf ein bis zwei Jahre begrenzten tilgungsfreien Zeit – und muss auf jeden Fall begründet werden.
Risikokapitalgeber akzeptieren teilweise auch spätere Zeitpunkte, wenn ihnen die Gewinne danach vielversprechend erscheinen.

Wie lange du brauchst, um den Break Even Point zu erreichen, solltest du in der Zusammenfassung deines Businessplans unbedingt nennen. Du kannst das z.B. ausführen mit: „Der Umsatz von XY mit einer Marge von YX reicht zu diesem Zeitpunkt, um die Fixkosten in Höhe von XY zu decken.“

Ein kleines Exempel zur Berechnung des Break Even Point: Der Glühweinstand

Auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt bezahlt ein Glühwein-Profi täglich € 150 Standgebühr. Die Kosten für Standpersonal belaufen sich auf € 200 täglich. Beides sind Fixkosten, die unabhängig von der abgesetzten Menge anfallen.

Hinzu kommen die variablen Kosten, deren Höhe von der Absatzmenge abhängt: Eine Glühwein-Tasse kostet den Standbetreiber im Einkauf € 0,50.
Der Glühwein-Profi schenkt den Becher Glühwein nun für € 2,50 aus.
Das bedeutet: Bei der 175. Tasse Glühwein, die über seinen Ladentisch geht, ist die Gewinnschwelle für den Tag erreicht.

In der Praxis wird es so sein, dass du am Wochenende und an Wochentagen unterschiedlich viel verkaufst. Du musst mit deinem Glühwein mindestens 175 Tassen verkaufen, damit deine Fixkosten gedeckt sind und ein operativer Gewinn übrig bleibt.

Im Businessplan für diesen Glühweinstand müsstest du also darlegen, dass du den Break Even Point erreichst und dass es sich „rechnet“. Und dass du im Schnitt täglich mindestens 175 Glühwein-Tassen verkaufst und diese Gewinnschwelle möglichst früh erreichst und überschreitest. Hier könnte ein Weg sein, dass du den täglichen Publikumsverkehr auf dem Weihnachtsmarkt und die Anzahl verkaufter Glühwein-Tassen an anderen Ständen anschaust.

Aber rechne deine X eigenen Glühweintassen bei diesem Markt-Check besser nicht mit ein ;-) Hicks

Mal weg von diesem sehr vereinfachten Beispiel: In der Realität wirst du mehrere Produkte in unterschiedlichen Anteilen verkaufen. Hier triffst du im Businessplan am besten ein paar vereinfachende Annahmen, in denen du typische Produktpakete schnürst, wie den typischen Bon pro Gast im Restaurant o.ä., und Annahmen zu den Anteilen der Produkte an diesem Bon triffst. Die Frage bleibt dann die gleiche: Bei welchem Punkt decken deine gesamten Erlöse deine gesamten Kosten, und du beginnst, Gewinn zu machen?

SmartBusinessPlan-Tipps

  • Auch im Bankgespräch solltest du das Thema „Break Even Point“ drauf haben. D.h. Wieviel bei welchen Preisen du mindestens absetzen musst, und wann du planst, diesen Punkt zu erreichen. Mach es ruhig sehr anschaulich und einfach. Wichtig ist, dass du verstanden hast, wovon der wirtschaftliche Erfolg deines Unternehmens abhängt. Dies kannst du hier gut deutlich machen.
  • Der Break Even gibt Auskunft über den operativen Gewinn. Natürlich musst du auch in der Lage sein, davon deine Kredite zurück zu bezahlen und dein privates Leben zu finanzieren. Die Gewinne müssen reichen, das zu bestreiten. Beispiel Glühwein: Wenn du im Schnitt 176 Tassen verkaufst, dann ist das ok. Aber nicht genug, um oben genanntes zu finanzieren.
  • Wenn du das Thema Break Even oder Gewinnschwelle recherchierst, wirst du auf diverse komplizierte Berechnungsformen stoßen. Wir raten dir: Setz‘ deinen gesunden Menschenverstand ein, und stelle deinen (fixen und variablen) Kosten (realistische) Absatz und Preise gegenüber, dann erhältst du schnell einen ersten Eindruck. Erstelle daraus eine Tabelle, und spiele ein bisschen damit herum.

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bhp