Kapitalbedarf

Definition

Der Kapitalbedarf ist die Summe der Mittel, die deine Unternehmung zur Verwirklichung ihrer Zielsetzung benötigt. Auf gut deutsch: Wie viel Geld benötigst du, bis dein Unternehmen läuft? Deinen Kapitalbedarf ermittelst du, indem du die Investitions-, Gründungs- und Anlaufkosten zusammen rechnest. Ziehst du vom Kapitalbedarf deine eigenen Mittel (dein Eigenkapital) ab, erhältst du deinen Fremdfinanzierungsbedarf.

Bedeutung für Gründung und Businessplan

Die Kapitalbedarfsplanung ist eng mit sämtlichen anderen Teilen deines Geschäftsplans verflochten, da er mit den Folgekosten auch in der Kalkulation von Rentabilität, Liquidität usw. berücksichtigt werden muss.

Der Kapitalbedarf deiner Unternehmung sollte so genau wie möglich berechnet werden. Kalkulierst du den Kapitalbedarf zu knapp, könntest du Schwierigkeiten mit der Überbrückung finanzieller Engpässe bekommen. Eine Nachfinanzierung ist meist problematisch, bei manchen öffentlichen Förderern sogar ausgeschlossen. Kalkulierst du den Kapitalbedarf wiederum zu großzügig, hast du zwar mehr Bewegungsfreiheit, insgesamt wird es aber teurer (wenn du deinen Kapitalbedarf mit Krediten finanzierst). Im Zweifel gilt: Zahlungsfähigkeit vor Rendite. Oder anders ausgedrückt: Lieber zu viel Kredit beantragen und ihn zurückgeben, als nachfinanzieren zu müssen.

Das Spiegelbild des Kapitalbedarfs ist die passende Finanzierung bzw. der passende Finanzierungsmix. Das Stichwort lautet Fristenkongruenz. Lies hierzu in unserem Lexikon auch die Definition von Finanzierung und lass dich von deinem Finanzierungspartner beraten.

SmartBusinessPlan-Tipps

  • Investitionen, die sich auf deinen Kapitalbedarf auswirken, können durchaus zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten, z.B. wenn du bei steigender Absatzmenge weitere Räumlichkeiten ausbaust oder den Maschinenpark erweiterst. In der Praxis summieren Banken deinen Investitionsbedarf über die üblicherweise geforderte 3-Jahres-Perspektive einfach auf und stellen einen Investitionskredit für den Kapitalbedarf in dieser Höhe bereit. Das machen sie einerseits aus Vereinfachungsgründen und andererseits, weil eine (Teil-)Finanzierung aus dem laufenden Geschäft zu unkalkulierbar ist. Sie müssten dann ggf. nachfinanzieren, was immer schwer ist. Mach es also genauso und erkundige dich, zu welchen Konditionen du ggf. nicht in Anspruch genommene Teile des Kredits wieder zurück geben kannst.
  • Der Kapitalbedarf für Gründungskosten umfasst alle Positionen, die du neben den Investitionen tätigen musst, bevor du dein Unternehmen gründest. Grob gesagt, sind das alle Betriebsausgaben, die vor dem ersten Monat liegen. Klassische Beispiele wären Kosten für den Notar, Kosten für einen Berater oder Kosten, die bei der Immobilienvermittlung entstehen.
  • Auch die Anlaufkosten müssen beim Kapitalbedarf berücksichtigt werden. Oft reichen die Umsatzerlöse in der ersten Zeit nicht aus, um die Kosten zu decken. Schließlich ist es in der Regel doch so, dass du zuerst mit der Kundengewinnung und dem Abarbeiten von Aufträgen beschäftig bist, bevor du dann endlich deine ersten Rechnungen schreibst und die dann hoffentlich zeitnah bezahlt bekommst. Deine anfallenden Kosten musst du aber auch während dieser schwierigen Anfangszeit bedienen können. Rechentechnisch entspricht der Kapitalbedarf für die Anlaufphase dann dem Minimum der monatlich kumulierten Liquiditätsüberschüsse und -fehlbeträge.
  • Vergiss nicht, auch die anfallenden Zinslasten und Tilgungen in deinem Kapitalbedarfsplan zu berücksichtigen. Wenn Du mit SmartBusinessPlan arbeitest, berücksichtigt unsere Rechenlogik ganz automatisch die gewinnwirksamen Zinszahlungen in deiner Rentabilitätsplanung und – viel wichtiger – sie berücksichtigt die kompletten Ratenzahlungen in deiner Liqui-Planung. Du wirst überrascht sein, wie die nach der tilgungsfreien Zeit einsetzenden Ratenzahlungen dein Ergebnis nach unten ziehen. Es ist dann ggf. nötig, einen höheren Kapitalbedarf für die Startphase einzuplanen, damit du sowohl deine operativen Kosten als auch Ratenzahlungen bedienen kannst. SmartBusinessPlan übernimmt diese Kalkulationsschleife ganz automatisch für dich.
  • Plane unbedingt eine Reserve für Unvorhergesehenes in deine Kapitalbedarfsrechnung ein: Wie verzögerte Auftragseingänge, höhere Renovierungskosten oder neue, nicht eingeplante Kostenpositionen. Dazu überlegst du dir am besten getrennt für Investitionen und Anlaufphase, welche prozentuale Abweichung in einem ungünstigen Fall möglich ist. Wenn du umfangreiche Umbauten in deinem zukünftigen Laden vornehmen musst, solltest du dafür einen ordentlichen Puffer einplanen. Wenn du bezüglich der anfänglichen Umsatz- und Kostenentwicklung unsicher bist, plane diese lieber konservativ und nimm einen höheren Kapitalbedarf für die Anlaufphase in Kauf.