Produkt & Dienstleistungen

Definition

Früher sprach man beim Begriff Produkt von „physisch greifbarer Ware“ – im Unterschied zu Dienstleistungen, welche als „immaterielle Güter“ bezeichnet wurden. Heute sind die Übergänge der beiden Begriffe fließend. So fällt unter den heutigen Produkt-Begriff eigentlich jede materielle oder immaterielle Ware, die zur Bedürfnisbefriedigung des Konsumenten dient. Alles auf einem Markt Angebotene, das Kunden erwerben, verwenden, erleben, konsumieren oder mit dem sie interagieren können, ist ein Produkt. Der Begriff Produkt schließt also Dienstleistungen, Personen, Orte und sogar Ideen mit ein.

Am Rande: Spricht man heute explizit von Dienstleistung (in Abgrenzung von Ware), dann ist damit eine Leistung gemeint, die von einer natürlichen oder juristischen Person zur Deckung eines Bedarfs erbracht wird. Typisch für Dienstleistungen ist, dass Produktion und Verbrauch gleichzeitig stattfinden (Taxifahrten, Frisörbesuche, Hilfe im Haushalt, etc.).

Bedeutung für Gründung und Businessplan

Dein Produkt bildet die Grundlage für dein Geschäftsmodell – und damit auch für deinen Businessplan. Daher findet sich dieser Teil meist am Anfang des Businessplans – auch wenn die Produktbeschreibung inhaltlich auf anderen Kapiteln wie Zusammenfassung, Zielgruppe, Markt und ggf. auch Gründerperson aufbaut. Aus diesen Kapiteln greifst du wichtige Aspekte heraus bzw. nimmst sie vorweg und vertiefst oder ergänzt sie mit Fakten, Daten, Zahlen und Informationen.

In diesem Teil deines Businessplans geht es darum, dein Angebot so klar und konkret wie möglich zu beschreiben:

Welche Produkte bietest du an?

Am Anfang dieses Kapitels steht also eine ausführliche Beschreibung deines Produkts, die Produktdefinition. Zeige dabei, um welche Art von Produkt es sich handelt und beschreibe seine Funktionen und Eigenschaften.

Was ist das Besondere an deinem Angebot?

Beschreibe, was neu an deiner Geschäftsidee und deinen Produkten ist. Beschreibe das Problem, das mit deinem Angebot gelöst wird. Auch wenn du an anderer Stelle deines Businessplans (in SmartBusinessPlan ist es im darauffolgenden Kapitel vorgesehen) noch explizit auf den Kundennutzen eingehen wirst, solltest du an dieser Stelle schon kurz die Vorteile deines Angebots hervorheben. Wenn dein Produkt etwas sehr Einzigartiges aufweist, wie ein ganz spezielles Knowhow, ein Patent oder eine spezielle Konstruktion, dann solltest du das auch beschreiben, wenn nicht sogar belegen.

Willst du primär durch den Preis oder die Qualität deines Angebots überzeugen?

Arbeite dann heraus, inwiefern du dich von der Konkurrenz abhebst. Hier kannst du dich konkret auf Produkte von Wettbewerbern beziehen und aufzeigen, in welchen Bereichen du dich vorteilhaft von ihnen unterscheidest. Kannst du beispielsweise zu günstigeren Preisen anbieten, vielleicht aufgrund eines neuen Produktionsverfahrens oder anderer Vertriebs- und Einkaufskanäle? Oder ist wegen der Nähe von deinem Standort zum Hauptlieferanten eine schnellere Warenlieferung zum Kunden möglich? Oder hebst du dich durch die Qualität ab und bietest zwar ein stinknormales Fahrrad, jedoch mit einem individualisierbaren Design an?

Je nach Beschaffenheit oder Art deines Produkts können deinen Leser auch die Antworten auf folgende Fragen interessieren:

  • Stellst du deine Produkte selbst her oder kaufst du Ware hinzu?
  • Auf welche Art stellst du die Produkte her?
  • Musst du technische Voraussetzungen erfüllen, gesetzliche Auflagen beachten oder Lizenzen erwerben?
  • Wie gestaltet sich die Wertschöpfungskette?

SmartBusinessPlan-Tipps

  • Den Leser deines Businessplans interessiert vor allem der (von uns so genannte) „Nachahm-Aspekt“: Wieso kann jemand anderes dein Produkt nicht machen? Hast du ein Patent, einen besonderen Mix an Fähigkeiten oder ganz spezielle Partner, die dich vor Nachahmern schützen?
    Und umgekehrt, wenn du selbst ein Produkt nachahmst: Wieso und wie genau ahmst du es nach? Weil du weißt, dass es funktioniert (Proof of Concept) und es in deiner Region noch nicht angeboten wird? Oder weil du weißt, dass du es besser, günstiger, schneller kannst?
  • Gehe bei der Produktdefinition ruhig auch auf mögliche Probleme ein, beispielsweise in der Entwicklung oder in der Herstellung. So kannst du direkt eine gute Lösungsmöglichkeit aufzeigen und dem Leser deines Businessplans deutlich machen, dass alle Aspekte Hand und Fuß haben.
  • Formuliere deinen Businessplan immer für deinen Leser. Fachjargon und hochtechnische Ausführungen verhindern das Verständnis fachfremder Leser. Setze stattdessen lieber auf simple Produktskizzen oder Fotos.
  • Schau dir mal unser Businessplan-Beispiele an und lass dich von den Produktbeschreibungen echter Gründer inspirieren, z.B. in den Businesspänen „Lektorat“, „Kita“ und“Ingenieur“ kann man sich einiges abgucken.