Standort

Definition

Der Standort deines Unternehmens ist dein Betriebssitz – also das Gebäude bzw. die Räumlichkeiten, in denen sich dein Café, deine Praxis, deine Boutique oder dein Callcenter befindet. Ob nun deine Kunden zu dir kommen sollen, oder du sie telefonisch oder online erreichen willst – von deinem genauen Vorhaben hängt ab, welcher Standort für dich und deine Gründung der richtige ist.

Bedeutung für Gründung und Businessplan

Je nach Art deines Unternehmens kann der Standort ein mehr oder weniger entscheidender Erfolgsfaktor sein. Im Kapitel Standort deines Businessplans gilt es, die Räumlichkeiten und den geografischen Ort deines Unternehmens darzustellen – mit all seinen Vorzügen und Nachteilen und wie du sie genau nutzen willst.

Daneben ist aber auch wichtig, dass du deinem potenziellen Kreditgeber, Investor oder Förderer zeigst, dass du weißt, welche Standortfaktoren für dich relevant sind und natürlich, dass der von dir gewählte Standort die wichtigsten Bedingungen erfüllt. Denn nur dann rechnet sich dein Vorhaben auch langfristig.

Hier die wichtigsten Standortfaktoren, nach denen Du deinen Standort analysieren könntest. Einige davon lassen sich schnell in Daten und Zahlen fassen, andere sind schwerer messbar und eher in Worten zu beschreiben:

  • Lage (Erreichbarkeit, Sichtbarkeit, Attraktivität – für Kunden und Mitarbeiter)
  • Nachfragepotenzial (Laufkundschaft, Einzugsgebiet, Kaufkraft)
  • Konkurrenz (Distanz, Anteil, Leistungsspektrum)
  • Zulieferer (Nähe, Qualität)
  • Gewerbefläche (Größe, Verfügbarkeit, behördliche Richtlinien, Expansionsmöglichkeiten, Ausstattung)
  • Kosten (Investitionen, Fördermittel, Miet- bzw. Pachtkosten, Gewerbesteuer)
  • Arbeitskräfte (Verfügbarkeit, Qualifikation)

Je nach Gründungsvorhaben sind die einzelnen Standortfaktoren von unterschiedlicher Bedeutung. Wenn du beispielsweise einen Online-Versandhandel gründest, ist es bei der Standortwahl besonders wichtig, dass Lieferanten und Postdienste deinen Standort und die Räumlichkeiten gut erreichen können. Laufkundschaft ist hier irrelevant. Ganz anders sieht es hingegen aus, wenn du eine Bar eröffnest. Die lebt davon, dass Leute vorbeikommen. Wer mit seinem Unternehmen auf eigene Geschäftsräume verzichten kann, weil er z.B. nur vor Ort beim Kunden arbeitet oder ein Home-Office ausreicht, sollte dies kurz erläutern.

Unter unseren Businessplan-Mustern findest du zahlreiche Beispiele von guten Standortanalysen (z.B. die Businesspläne von Café und Bar), die Dir zeigen, worauf es bei der Standortwahl je nach Unternehmen genau ankommt. Guck mal rein!

Bei der Standortanalyse können auch spezielle Tools helfen:

  • Standortanalyse.de  bietet eine kostengünstige und professionelle Standortanalyse als Unterstützung der Gründung und Expansion für Einzelhandel und Gastronomie.
  • Fuer-Gruender.de ist eines der führenden Gründerportale Deutschlands, das neben relevanten Informationen und Links rund um das Thema Existenzgründung auch ein kostenloses Tool zur Standortanalyse anbietet.

SmartBusinessPlan-Tipps

Überlege anhand der obigen Liste, welche Gesichtspunkte für deine Unternehmung von besonderer Bedeutung sind und analysiere diese dann tabellarisch (und kritisch) für dich. In deinem Businessplan kannst du diese Analyse dann für die Argumentation deiner Standortentscheidung verwenden. Dabei solltest du auf jeden Fall nicht nur auf die Vorteile, sondern auch auf kritische Punkte eingehen.

  • Achtung: Viele Gründer lassen sich bei der Standortwahl von persönlichen Kriterien wie Entfernung zum Wohnort, vertrautes Umfeld, o.ä. leiten. Das sind sicher auch relevante Faktoren, aber meisten nicht die wichtigsten.
  • Damit sich die Leser deines Businessplans ein genaues Bild deines Standorts machen können, empfiehlt es sich, (professionelle!) Fotos oder einen Gebäudeplan nebst Umgebungskarte deines Standorts anzufügen.
    Ist für deine Standortwahl die Laufkundschaft entscheidend, dann könnte man ein paar Mal während deiner geplanten Geschäftszeiten vor Ort die Leute, die vorbei laufen, zählen und befragen.
  • Vorsicht bei langer Laufzeit von Mietverträgen: Viele Gründer sind stolz, einen langfristigen und festen Vertrag zu bekommen und freuen sich, dass der Vermieter dafür so viel investiert oder sogar noch mietfreie Anfangsmonate rausrückt. Das rächt sich leider häufig, wenn es mit dem Unternehmen nicht wie erwartet läuft. Dann wird die Unkündbarkeit zur existenzbedrohenden Falle. Vermieter sind oft nur gegen Zahlung sehr hoher Summen bereit, einer Auflösung zuzustimmen. Es droht die Insolvenz! Bei aller Liebe zu einem schönen Standort empfehlen wir immer, den Mietvertrag vorher mit einem Anwalt durchzugehen und Ausstiegsszenarien und -klauseln zu vereinbaren (u.a. durch kürzere Laufzeit mit Verlängerungsoption und Regelungen zu Nach- und Untermietern).
  • Auch hohe standortbezogene Investitionen machen unflexibel. Wir raten, möglichst erst nach der Testphase in „Immobiles“ also Nicht-mitnehmbares zu investieren. Wenn du nicht gerade eine Boutique oder ein Restaurant eröffnest, kannst du vielleicht gerade in der Anfangsphase auf alternative Arbeitsplätze auszuweichen. Damit muss nicht immer das Home-Office gemeint sein. Auch Bürogemeinschaften oder Büros auf Zeit bieten professionelle Arbeitsplätze zu überschaubaren Preisen mit kurzen Kündigungsfristen an. In sogenannten Coworking-Spaces kannst du einen Schreibtisch (inkl. Büro-Infrastruktur) sogar tageweise mieten. Wenn es dann nach der Testphase weiterhin gut läuft, kannst du immer noch investieren und dich im besten Haus am Platz niederlassen.