MVP – Minimum Viable Product

Definition

Ein Minimum Viable Product (MVP) ist die kleinstmögliche marktfähige Version eines Produkts. Es beschränkt sich auf die aus Kundensicht absolut notwendigen Kernfunktionen.

Der Begriff wird häufig mit den Begriffen Proof of Concept und Prototyp in einen Topf geworfen. Dabei bezeichnen sie unterschiedliche Wege, eine Geschäftsidee zu testen und schrittweise weiterzuentwickeln. Sie werden im Rahmen von modernen Lean-Startup-Ansätzen empfohlen.

Idealerweise sollten Gründer sie nacheinander anwenden:

Symbolischer Weg des Gründens über Proof of Concept zu Prototyp und MVP

Bis zum Launch des Produktes gibt es wichtige Zwischenstufen.

Bedeutung für Gründung und Businessplan

Ein Minimum Viable Product wird erstellt, um so schnell und einfach wie möglich in den Markt einzusteigen. Statt monatelang an einem perfekten Produkt zu arbeiten, wird ohne großen Aufwand mit einer Minimalversion gestartet. Mithilfe des Kundenfeedbacks wird diese dann immer weiter entwickelt, bis am Ende ein vollwertiges Produkt steht, das den Kundenwünschen hundertprozentig entspricht.

Der schnelle und aufwandsarme Markteintritt hat den Vorteil, dass man den richtigen Zeitpunkt nicht verpasst – besonders in schnelllebigen Branchen ist es von enormer Bedeutung, sich nicht von der Konkurrenz abhängen zu lassen – und dass man sein Geld und seine Zeit nicht in ein Produkt steckt, das am Ende keiner haben will.

Minimum Viable Product – Beispiele:

  • Die Gründer von Airbnb haben angeblich zunächst die Zimmer ihrer eigenen Wohnung in San Francisco an Touristen und Geschäftsreisende vermietet. Dafür brauchten sie nicht mehr als eine simple Website. Aus dem Feedback ihrer Übernachtungsgäste haben sie wertvolle Informationen für den Aufbau ihrer inzwischen international erfolgreichen Plattform gesammelt.
  • Als Spotify 2009 startete, wollte der Initiator Daniel Ek den unzähligen Nutzern illegaler Musiktauschbörsen eine legale Alternative bieten. Dafür konnte er zunächst nur die schwedische Musikindustrie gewinnen. Sein MVP beschränkte sich also auf schwedische Künstler bzw. den schwedischen Markt. Erst als das Geschäft lief, waren auch die Global Player der Musikindustrie zur Kooperation bereit und der globale Siegeszug seines Streamingdienstes begann.
  • Bevor Zapposgründer Nick Swinmurn Ende der 1990er Jahre den ersten Onlineshop für Schuhe aufbaute, wollte er wissen, ob die Leute überhaupt bereit wären, Schuhe übers Internet zu kaufen. Er bastelte eine einfache Website mit Fotos, die er in umliegenden Schuhgeschäften aufgenommen hatte. Wurden die Schuhe bestellt, besorgte er sie in jenem Geschäft und brachte sie zur Post. Erst als er sah, dass es funktionierte, entwickelte er die Vertriebsinfrastruktur für seinen Onlineshop (er verkaufte ihn später an Amazon und wurde ein reicher Mann).

Erfolgsgeschichten wie diese sind der Grund, warum deine Investoren dich für dein Minimum Viable Product lieben werden. Es gibt keinen besseren Weg, mit wenig Aufwand zu prüfen, ob eine Geschäftsidee etwas taugt. Du kannst eine Menge über den Markt und deine Kunden lernen und dein Angebot schrittweise und marktgerecht weiterentwickeln.

SmartBusinessPlan-Tipps

  • Möglicherweise ist es zu aufwändig, ein MVP schon zu produzieren, bevor du mit deinem Businessplan Geld eingesammelt hast. Aber du kannst in deinem Plan beschreiben, wann du mit welchem Budget einen soliden Markttest mittels MVP durchführen wirst.
  • Die wichtigste Frage ist: Was ist die Kernfunktion, die du dem Kunden bietest? Um das herauszufinden, ist das Kundenfeedback, das du mit deinem Proof of Concept und deinem Prototyp gesammelt hast, sehr wertvoll.
  • Viele MVP basieren auf einem Trick: Sie gaukeln dem Kunden nur vor, es gebe ein fertiges Produkt. In Wahrheit wird hinter den Kulissen von Hand erledigt, was später Algorithmen übernehmen (wie bei Zappos). Funktioniert dieser Trick auch bei deiner Gründung?