Unverpackt-Laden eröffnen

Unverpackte Bio-Produkte verkaufen und Verpackungsmüll vermeiden

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Die stetig zunehmende Menge an Plastikmüll ist eins der größten Menschheitsprobleme des 21. Jahrhunderts. Die oftmals in Großstädten angesiedelten Unverpackt-Läden leisten einen kleinen Beitrag dazu, dieses Problem zu lösen. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, die Bio-Lebensmittel oder Drogerieartikel ohne Einwegverpackung anbieten. Das Ziel ist neben der Einsparung von Plastikmüll auch, Lebensmittelverschwendung vorzubeugen. Die Kunden können sich selbst Reis, Nüsse, Obst oder Milch in der benötigten Menge in mitgebrachten oder vor Ort angebotenen Behältern oder Flaschen abfüllen.

Nachhaltigkeit und Regionalität spielen eine große Rolle. Deshalb spezialisieren sich viele Unverpackt-Läden auf regionale Produkte oder arbeiten mit kleineren Manufakturen zusammen. Da nur ausgewählte Produkte in Bio-Qualität angeboten werden, ist das Sortiment oft überschaubar. Anstatt wie im regulären Supermarkt mit unzähligen Angeboten überhäuft zu werden, gibt es in jeder Kategorie nur eine kleine Auswahl. 

Dir ist Nachhaltigkeit wichtig und du hast schon lange den Traum von einem eigenen Laden? Dann ist die Eröffnung eines Unverpackt-Ladens vielleicht genau das Richtige für dich. Wir zeigen dir, welche Voraussetzungen du bei der Eröffnung erfüllen solltest, wie du einen passenden Businessplan für deine Idee schreibst und wie du langfristig erfolgreich wirst.

Die ersten Schritte zum eigenen Unverpackt-Laden

Bevor du mit der eigentlichen Planung deines Ladens beginnst, solltest du dir über einige Dinge klarwerden: Wie jede Gründung ist auch die Eröffnung eines Unverpackt-Ladens mit einigen Risiken verbunden. Besonders zu Beginn ist die finanzielle Investition vergleichsweise hoch und auch wenn die Themen „Bio“ und „unverpackte Lebensmittel“ bei vielen beliebt sind, stoßen sie immer wieder auch auf Skepsis. So fanden 71 Prozent der Befragten bei einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Splendid Research das Konzept eines Unverpackt-Ladens gut. Gleichzeitig waren aber nur 8 Prozent bereit, in einem solchen Laden einkaufen. Die Mehrheit hatte besonders bei flüssigen Produkten noch Zweifel an der Hygiene der Lebensmittel.   

Als Besitzer eines Unverpackt-Ladens wagst du dich folglich in eine Branche, in der eine umfassende Lebensmittelkunde und ein gewisser Pioniergeist gefragt sind. Dabei bist du jedoch nicht allein, denn einige Gründer haben schon vor dir die Eröffnung eines solchen Ladens erfolgreich gemeistert und teilen ihre Erfahrungen gerne mit dir. Beispielsweise bieten die deutschen Vorreiter „Original Unverpackt” mehrtägige (Online-)Kurse an, in denen du alles rund um Gründungsthemen wie Ladenplanung und Marketing erfährst. Du erhältst waren- und branchenspezifische Informationen und knüpfst hilfreiche Kontakte zu anderen Gründern aus dieser Branche. Auch von anderen Organisationen werden solche Kursformate angeboten. Nach einer kurzen Internetrecherche solltest du schnell fündig werden. 

Voraussetzungen für die Eröffnung: Was solltest du beachten?

Du benötigst keine spezielle Berufsausbildung, um einen Unverpackt-Laden zu eröffnen. Erste Erfahrungen aus dem Einzelhandel, der Landwirtschaft oder der Lebensmittelindustrie sind aber vorteilhaft und können dir den Einstieg in die Branche erleichtern. Zudem solltest du – wie bei jeder Unternehmensgründung – Interesse an kaufmännischen Themen haben. Denn Buchhaltung und Finanzplanung müssen sorgfältig geführt und überprüft werden. Und zwar auch dann, wenn du dir für die Details professionelle Unterstützung von einem Steuerberater oder Buchhalter holst. Zudem sollte es dir Spaß machen, Kunden zu beraten und du solltest offen für andere Menschen und Meinungen sein. Besonders, weil sich bei dir alles um Nachhaltigkeit dreht und es hier viele unterschiedliche Meinungen gibt.

Zu Beginn lohnt es sich, wenn du dir Partner suchst, mit denen du Erfahrungen austauschen und von deren Kenntnissen du lernen kannst. Denn neben der Geschäftsführung ist vor allem auch die Sortimentsgestaltung eine große Herausforderung für Ladenbesitzer: Was sollst du anbieten und was nicht? Hier kannst du von den Erfahrungen anderer lernen und unter Umständen sogar zuverlässige Lieferanten übernehmen. Die Community der Unverpackt-Läden ist sehr stark und teilt in der Regel gerne ihr Wissen mit Neueinsteigern. 

Neben deinen persönlichen Voraussetzungen gibt es eine Reihe an gesetzlichen Richtlinien, an die du dich bei der Eröffnung und Führung deines Ladens halten musst. Mit diesen Bestimmungen solltest du dich intensiv beschäftigen. Sie betreffen unter anderem deine Öffnungszeiten, notwendige Versicherungen, bauliche Vorgaben und das Festlegen von Preisen. So ist es etwa Pflicht, dass du deine Kassen beim Finanzamt anmeldest und dass diese über spezielle technische Sicherheitsvorrichtungen verfügen – dies ist in der Kassensicherungsverordnung geregelt. 

Beim Verkauf von Lebensmitteln gelten noch zusätzliche Vorgaben, die in der Lebensmittelhygieneverordnung, im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch, der EU-Öko-Verordnung und der Kennzeichnungsverordnung definiert sind. Am besten, du informierst dich bei deiner zuständigen Industrie- und Handelskammer über die geltenden Bestimmungen und Richtlinien, die du bei der Bio-Zertifizierung deines Ladens berücksichtigen musst. IHKs bieten auch Fortbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich an. 

Eine weitere Formalie ist die Anmeldung deines Gewerbes beim zuständigen Gewerbeamt. Je nach Bundesland fallen bei der Anmeldung Gebühren von 20 bis 60 Euro an. Nach deiner Anmeldung wird das Finanzamt über deine Gründung informiert. Von dort erhältst du dann deine Steuernummer für dein Gewerbe und musst je nach Rechtsform noch deinen Laden in das Handelsregister eintragen lassen. 

Rechtsform: Welche eignet sich für deinen Laden?

Gute Nachricht: Grundsätzlich eignen sich alle Rechtsformen für die Eröffnung eines Unverpackt-Ladens. Für welche Unternehmensform du dich entscheidest, hängt besonders von deinem Startkapital und Haftungsrisiko ab. Im Folgenden haben wir dir die gängigsten Rechtsformen einmal zusammengefasst:

  • Als Einzelunternehmen benötigst du kein Mindestkapital. Du kannst dein Gewerbe einfach anmelden und mit deinem Laden direkt durchstarten. Jedoch haftest du im Schadensfall sowohl mit deinem geschäftlichen als auch mit deinem privaten Vermögen. Dies solltest du unbedingt vor der Gründung bedenken. 
  • Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) funktioniert ähnlich wie ein Einzelunternehmen. Die Gründung muss jedoch durch mindestens zwei Personen durchgeführt werden. Auch hier haftest du mit deinem privaten Vermögen. 
  • Für die Gründung einer GmbH benötigst du mindestens 25.000 Euro Stammkapital. Dafür ist die Haftung in der Regel auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Der bürokratische Aufwand bei Buchhaltung und Geschäftsführung ist bei dieser Rechtsform aber höher.
  • Die Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt) ist eine Alternative zur GmbH, bei der die Gründung bereits mit nur einem Euro Startkapital möglich ist. In der Regel profitierst du hierbei auch von einer beschränkten Haftung. Gewinne darfst du dir jedoch erst auszahlen, wenn das Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro als Rücklage aus den Gewinnen aufgebaut wurde. Dann kann auch eine Umwandlung in eine vollwertige GmbH stattfinden.

Du brauchst aber keine Angst zu haben, die falsche Rechtsform für deinen Unverpackt-Laden zu wählen: Du kannst deine Rechtsform mit der Zeit noch ändern – beispielsweise kannst du als Einzelunternehmen starten und später eine GmbH gründen. 

Bedeutung eines Businessplans: Mit Planung zum Erfolg

Vor der Gründung deines eigenen Ladens solltest du dir durch einen realistischen Businessplan über den Markt, den Wettbewerb, dein Angebot und die Finanzierung klarwerden. Der Businessplan gibt dir nicht nur bei der Gründung Orientierung und bewahrt dich vor teuren Fehlern, sondern bleibt auch im laufenden Betrieb ein wichtiges Steuerungsinstrument. Zudem dient ein überzeugender Businessplan Banken oder anderen Geldgebern als wichtigste Entscheidungsgrundlage für die Gewährung eines Kredites oder einer Förderung. Ein Businessplan ist also keine lästige Formalie, sondern entscheidet maßgeblich über den Erfolg deines Unverpackt-Ladens. Schau dir unseren Beispiel-Businessplan aus dem Einzelhandel an.

Damit dir auch ohne große Vorkenntnisse ein professioneller Businessplan gelingt, unterstützen wir dich bei dem gesamten Prozess der Businessplanerstellung – von der Idee bis zum fertigen Konzept. Mit unserer interaktiven Software und den Beispielbusinessplänen von echten Unternehmen gelingt dir dein Businessplan im Handumdrehen. 

In den folgenden Abschnitten erläutern wir die wichtigsten Punkte eines Businessplans für deinen Laden genauer.

Die Marktanalyse und der perfekte Standort für deinen Laden

Sondiere den Wettbewerb: Wo in deinem Umfeld haben bereits Unverpackt-Läden eröffnet, was macht diese aus und seit wann befinden sich diese schon an ihrem Standort? Analysiere aber nicht nur diese direkten Wettbewerber, sondern auch Biosupermärkte oder Hofläden. Sie können ein wichtiger Indikator dafür sein, wie hoch das Interesse an nachhaltigen Produkten in der Region ist. Vielleicht findest du gerade in einem Gebiet, in dem es schon einige solcher Läden gibt, den für dich richtigen Standort. Denn Bio bedeutet nicht gleich unverpackt, und in einem Gebiet, wo bereits viele Bio-Läden existieren, kann dein Unverpackt-Laden eine gute Ergänzung sein. Trotzdem solltest du aufpassen, dass die Konkurrenten nicht deine gesamte Kundschaft abwerben. Deswegen musst du dich mit einem Alleinstellungsmerkmal (USP) von deinen Wettbewerbern abheben. Ob das Unverpackt-Konzept bereits als USP ausreicht, hängt vom Markt und deinen Wettbewerbern ab. 

Grundsätzlich ist ein Standort in einer gut besuchten Einkaufsstraße sehr attraktiv, da er dir wahrscheinlich viel Laufkundschaft einbringt. Jedoch ist die Miete für deinen Laden dort vermutlich hoch. Auch ein etwas versteckterer und somit günstigerer Standort kann sich lohnen: Denn noch sind Unverpackt-Läden nicht so weitverbreitet und potenzielle Kunden nehmen oftmals auch eine längere Anfahrt auf sich. Bei einer versteckteren Lage solltest du jedoch den Fokus auf die Online-Sichtbarkeit deines Ladens legen – sprich eine ansprechende Website, einen Social-Media-Auftritt oder Bewertungen bei Google Maps.

Zusätzlich kannst du dieses Thema noch mit einem Standortexperten deiner zuständigen Handelskammer (IHK) oder mit Besitzern von anderen Unverpackt-Läden besprechen.   

Berücksichtige auch deine Zielgruppe bei der Standortwahl : Denn in der Regel sind es junge Menschen oder Familien, die Wert auf nachhaltige Bio-Produkte legen. Deshalb kann ein Stadtteil mit vielen jungen Familien ein geeigneter Standort für deinen Laden sein. Arbeitest du mit regionalen Manufakturen zusammen, solltest du besonders vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit auf die Entfernung zwischen deinem Laden und deinen Lieferanten achten. 

Dein Angebot: Was möchtest du anbieten?

Der Einkauf von unverpackten Bio-Produkten ist leider noch sehr mühsam und herausfordernd für Ladenbesitzer. Besonders größere Lieferanten sind momentan noch nicht bereit, ohne Einwegverpackungen zu produzieren. Daher wirst du es vermutlich mit regionalen Anbietern leichter haben. Zusätzlich kannst du mit anderen Unverpackt-Läden Kontakt aufnehmen und nach deren Herstellern und Lieferanten fragen. Wenn es sich anbietet, kannst du einige davon übernehmen. Grundsätzlich solltest du regionale Händler und Lieferanten mit kurzen Lieferwegen immer bevorzugen. 

Des Weiteren solltest du besonders zu Beginn dein Angebot klein halten: Fokussiere dich zunächst auf einfach abzufüllende Lebensmittel mit langer Haltbarkeit, wie Reis, Nudeln und Nüsse, sowie auf leicht zu lagernde Drogerieartikel wie Seifen. Mit der Zeit und wachsender Kundschaft kannst du dein Angebot mit saisonalen Produkten erweitern. Schaue, welche Produkte die Konkurrenten in deiner Nähe nicht verkaufen und überlege dir, wo du diese fehlenden Produkte dafür in deinem Laden anbieten könntest. Natürlich sollte auch Bedarf seitens deiner Kunden bestehen. 

Als kleine Ergänzung deines Sortiments kannst du außerdem noch wiederverwendbare Verpackungen anbieten. Dies ist besonders für deine Laufkundschaft interessant, die keine eigenen Verpackungen zum Einkauf mitbringt. Bedruckst du diese Verpackungen nun noch mit deinem Logo, hast du eine super Werbefläche geschaffen. So machen deine Kunden indirekt Werbung für deinen Laden. 

Kosten für die Eröffnung deines Unverpackt-Ladens: Womit musst du rechnen?

Die Eröffnung eines Unverpackt-Ladens ist eine kostspielige Angelegenheit. Allein für die Einrichtung deines Ladens fällt schnell ein fünfstelliger Betrag an. Deshalb lohnt es sich zu prüfen, ob du nicht einen gewöhnlichen Lebensmittelladen übernehmen und zu einem Unverpackt-Laden umbauen kannst. Neben dieser anfänglichen Investition kommen noch die laufenden Kosten dazu, die nach der Gründung im Betrieb anfallen. Diese müssen unbedingt bei der Kalkulation deiner Preise einberechnet werden. Im Folgenden haben wir für dich einmal die Gründungskosten sowie die laufenden Kosten zusammengefasst, die bei der Gründung deines Ladens anfallen können:

Gründungskosten: 

  • Kosten für die Gewerbeanmeldung und benötigte Zertifizierungen
  • Kosten für die Ladensuche und Anmietung (Maklerprovision, Kaution etc.)
  • Lizenzgebühren, falls du als Franchise gründest
  • Einrichtung des Ladens mit Regalen, Kassen, Elektronik, einem Warenlager usw. 
  • Erstausstattung mit Ware
  • Ggf. Kosten für die Erstellung eines Logos, des Designs von nachhaltiger Verpackung, einer Website usw.
  • Marketingkosten rund um die Eröffnung
  • Beratungskosten rund um die Gründung, beispielsweise für eine Steuerberatung oder für Coaching

Laufende Kosten nach der Gründung:

  • Ausgaben für neue Ware
  • Betriebskosten für Strom, Wasser, Gas, Telefon usw.
  • Monatliche Ladenmiete
  • Versicherungen
  • Marketingkosten
  • Steuern und Buchhaltungskosten
  • Personalkosten, zum Beispiel für Verkäufer oder Reinigungspersonal
  • Eventuell Franchise-Lizenzgebühr

Finanzierung oder Förderung für deinen Laden

Sparst du nicht bereits seit vielen Jahren auf die Eröffnung deines eigenen Unverpackt-Ladens, kann es schwierig werden, das benötigte Kapital für die Gründung selbst aufzubringen. Dann bleibt eigentlich nur ein Bankkredit. In den vergangenen Jahren hat sich jedoch auch das sogenannte Crowdfunding als ein möglicher Finanzierungsweg aufgezeigt. Hier stellst du deine Geschäftsidee auf einer Online-Plattform vor – oft mit einem ansprechenden Video – und gibst dein benötigtes Kapital an. Interessierte User können dich dann mit einem selbstgewählten Betrag unterstützen. Als Dankeschön kannst du ihnen beispielsweise einen Einkaufsgutschein für deinen Laden anbieten. So wurden bereits viele nachhaltige Läden erfolgreich finanziert. 

Diese Finanzierungsform hat einige positive Nebeneffekte: Mit deiner Crowdfunding-Kampagne findest du einfach heraus, wie groß das Interesse an deinem Angebot überhaupt ist. Denn nicht jede Kampagne wird auch finanziert. Aber da du das Geld ja erst in deine Gründungsidee investierst, wenn die Kampagne ein Erfolg war, hast du keine großen finanziellen Risiken. Gleichzeitig ist eine solche Kampagne eine effiziente und günstige Marketingmaßnahme, um bereits vor der Eröffnung für deinen Laden zu werben. Auch bestehende Läden nutzen solche Plattformen, um das Interesse an neuen Produkten zu testen.    

Außerdem gibt es rund um das Thema Nachhaltigkeit viele weitere Fördermöglichkeiten sowie Wettbewerbe, bei denen du immerhin einen Anteil deiner Gründungskosten gewinnen kannst. Eine klassischere Möglichkeit wäre die Finanzierung über Existenzförderprogramme der KfW oder anderer Förderbanken. Machst du dich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig, kannst du bei der Bundesagentur für Arbeit unter bestimmten Voraussetzungen einen Gründungszuschuss beantragen. 

Egal, für welche Finanzierungsform du dich entscheidest: Mit deiner Geschäftsidee, einen nachhaltigen Unverpackt-Laden zu gründen, stößt du bei vielen Institutionen auf die Bereitschaft, dich zu unterstützen. Mit einem schlüssigen Businessplan und einem überzeugenden Konzept gelangst du relativ leicht an eine finanzielle Förderung.

Marketingmaßnahmen für deinen Unverpackt-Laden

Ein passendes Marketingkonzept ist für den Erfolg deines Unverpackt-Ladens unentbehrlich – besonders am Anfang. Bevor du Hunderte von Flyern druckst, solltest du dir über deine Zielgruppe Gedanken machen: Welchen Personen ist Nachhaltigkeit besonders wichtig und wer kauft gerne in Unverpackt-Läden? Wie groß ist deine Zielgruppe und über welche Medien kannst du sie am besten erreichen? Da Unverpackt-Läden für Regionalität stehen, kannst du beispielsweise in (Bio-)Cafés in der Nähe Werbung machen. Aber den Fokus deiner Marketingmaßnahmen solltest du auf die sozialen Medien legen. Hier sind Nachhaltigkeit und Essen Trend-Themen, die hervorragend funktionieren und mit denen du genau deine Zielgruppe erreichen kannst. Viele Unverpackt-Läden haben eine eigene Instagram-Seite, auf der sie ihre Kunden über neue Produkte, Aktionen oder Projekte informieren, aber auch spannende Einblicke hinter die Kulissen geben. Kooperationen mit Influencern sind auch denkbar, verursachen jedoch in der Regel wieder Kosten. Aber vielleicht hast du ja Freunde oder Bekannte, die Food-Blogger sind oder über viele Follower auf den sozialen Medien verfügen.

Wir empfehlen dir, einen guten Internetauftritt für deinen Laden sicherzustellen, deinen Laden bei Google zu registrieren und dir eine eigene kleine Website einzurichten. So können dich Leute in der Nähe einfach über Google Maps und Co finden und dir dort auch Bewertungen geben. Mundpropaganda oder im Falle der Online-Bewertungen Empfehlungen von zufriedenen Kund sind Gold wert.  

Du musst kein Profi sein, um diese Tipps zum Thema Marketing umzusetzen. Wenn du dich jedoch lieber ganz auf deinen Laden und den Verkauf konzentrieren möchtest, kannst du dir professionelle Hilfe holen – zum Beispiel durch eine Marketingagentur oder eine selbstständige Social-Media-Managerin.

Unterstützung für deinen Laden: Mitarbeiter einstellen

Bei der Führung deines Unverpackt-Ladens kommen viele unterschiedliche Aufgaben auf dich zu: Du bist gleichzeitig Verkäufer, Berater, Buchhalter, Reinigungskraft, Manager und Lagermitarbeiter. Wie du merkst, ist es auf lange Sicht nahezu unmöglich, deinen gesamten Laden allein zu betreiben. Also solltest du dir rechtzeitig überlegen, ob und welche Mitarbeiter du einstellen möchtest. 

Überlege dir, für welche Aufgaben du weiterhin zuständig bleiben und welche du an deine Mitarbeiter abgeben möchtest. In der Regel werden eigene Mitarbeiter für den Verkauf eingestellt, eine Reinigungsfirma für das Putzen deines Ladens nach Feierabend beauftragt sowie ein Buchhalter und/oder Marketing-Profi als Unterstützung herangezogen. Dabei musst du nicht zwingend alle fest anstellen, sondern kannst mit Freelancern zusammenarbeiten, Aushilfen auf 450-Euro-Basis beschäftigen oder externe Dienstleister beauftragen. In jedem Fall bedeutet zusätzliches Personal zwar Entlastung für dich, ist aber auch mit Kosten verbunden. Denn je nach Art des Beschäftigungsverhältnisses kommen auf dich neben monatlichen Gehaltszahlungen auch Kosten für Versicherungen und Lohnnebenkosten auf dich zu. Frage dich im Vorfeld, ob und wie viel Personal rentabel für deinen Laden ist. 

Versicherungen für deinen Laden: Welche sind sinnvoll?

Vor der Eröffnung deines Ladens solltest du verschiedene Versicherungen abschließen, um dich und dein Team, aber auch deinen Laden selbst vor Ansprüchen und Schäden anderer schützen. Wir empfehlen dir folgende Versicherungspolicen abzuschließen oder mindestens in Erwägung zu ziehen: 

  • Betriebshaftpflicht: Verursachst du oder dein Personal Schäden an Dritten und machen diese ihre Schadenersatzansprüche geltend, greift diese Versicherung. 
  • Geschäftsversicherungen: Dies ist ein Sammelbegriff für Versicherungen, die deinen Laden, die Ware und die Ausstattung vor Einbruch, Diebstahl oder anderen Schäden schützen. Hierbei ist es wichtig, dass du dir genau überlegst, welche Fälle versichert werden sollen und welche nicht. 
  • Rechtsschutz: Wenn es zu Konflikten oder Streit zwischen dir und deinen Kunden, Lieferanten oder Partnern kommt, schützt dich diese Versicherung vor den finanziellen Kosten eines Gerichtsverfahrens. 

Aber nicht nur dein Geschäft, sondern auch du als Privatperson solltest geschützt sein – zum Beispiel durch eine (private) Kranken- und Sozialversicherung sowie einer Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung. 

Fazit

Die nachhaltige Geschäftsidee von der Eröffnung eines Unverpackt-Ladens liegt voll im Trend. Du kannst aktiv etwas gegen Umweltverschmutzung und Lebensmittelverschwendung unternehmen und dabei auch noch Geld verdienen. Auch wenn das finanzielle Risiko während der Gründung recht hoch scheint, erleichtern dir viele Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten den Start. 

Bei der Gründung deines Ladens kannst du in diesen Schritten vorgehen: Als Erstes solltest du dir überlegen, ob du deinen Laden als Franchise gründest, einen bestehenden Laden übernimmst oder einen neuen Laden gründest. Nachdem du eine Zielgruppe, Wettbewerber und den Markt analysiert hast, definierst du in deinem Businessplan dein Angebot und dein Alleinstellungsmerkmal. Du analysierst den perfekten Standort, kalkulierst deine Kosten und legst deinen Kapitalbedarf fest. Nun machst du dich auf die Suche nach passenden Kapitalgebern für deinen Unverpackt-Laden – unter anderem Förderprogramme oder Crowdfunding. Nach der Eröffnung machst du mit geeigneten Marketingmaßnahmen auf deinen neuen Laden aufmerksam. Das Wichtigste ist, dass du an deine Idee glaubst und den Spaß an der Arbeit nicht verlierst. Starte noch heute mit dem Schreiben deines Businessplans und setze deine Idee in die Tat um. Mit jedem nachhaltigen Geschäftsmodell wird die Welt ein kleines Stück besser!

Ich bin bereit, ein neues Projekt mit SmartBusinessPlan zu starten.

Jetzt durchstarten!
bhp