Du träumst davon, einen eigenen Kiosk zu eröffnen? Wir erklären, wie es geht

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„Kioske gibt es doch wie Sand am Meer“ – bestimmt hast du diesen Satz auch schon mal gehört, als du anderen von deinen Plänen erzählt hast. Es stimmt schon, die Konkurrenz ist stark. Aber am richtigen Standort mit dem richtigen Konzept kann sich ein Kiosk durchaus lohnen.

In diesem Artikel erfährst du, wie du deinen Plan am besten umsetzt und welche Voraussetzungen du zu erfüllen hast.

Welche fachlichen und persönlichen Voraussetzungen sollte ich erfüllen?

Um einen Kiosk zu eröffnen oder zu übernehmen, brauchst du keine besondere Ausbildung. Das Kioskgewerbe ist in Deutschland nicht erlaubnispflichtig. Erfahrungen in der Branche und kaufmännische Grundkenntnisse wären allerdings hilfreich, denn dein zukünftiges Aufgabenfeld ist vielfältig und anspruchsvoll: Nicht nur der Verkauf, sondern auch Dinge wie die Buchhaltung, die Warenbestellung oder die Steuern stehen auf deinem Programm.

Außerdem solltest du Freude am Umgang mit Menschen haben. Eine freundliche Atmosphäre zu schaffen und deinen Kunden mit einem netten Wort den Tag zu verschönern, sind die besten Mittel, um sich einen treuen Kundenstamm aufzubauen.

Welche bürokratischen Voraussetzungen sind zu beachten?

Vor der Eröffnung genügt es, deinen Kiosk beim zuständigen Gewerbeamt anzumelden und einen Gewerbeschein zu beantragen. Das Gewerbeamt meldet deine Gründung automatisch dem Finanzamt und allen weiteren Behörden weiter, die für dein Unternehmen in irgendeiner Form zuständig sind.

Vom Finanzamt bekommst du als Existenzgründer ein Formular mit dem schönen Titel Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Der Fragebogen dreht sich vor allem darum, was genau du wo verkaufen willst, welche Rechtsform dein Betrieb bekommt und wie deine Umsatzprognose aussieht. Anhand deiner Angaben legen die Finanzbeamten fest, ob eine Steuervorauszahlung fällig wird und wenn ja, in welcher Höhe. Und sie teilen dir eine Steuernummer zu, die du fortan auf allen deinen Rechnungen angibst.

Meist wollen außerdem das Gesundheitsamt und das Bauamt sehen, dass du die behördlichen Bestimmungen hinsichtlich Hygiene, Verbraucherschutz und Brandschutz einhältst. Stell dich darauf ein, dass sie deinen Kiosk überprüfen, bevor du loslegen kannst. Möchtest du unverpackte Lebensmittel verkaufen, brauchst du zudem ein aktuelles Gesundheitszeugnis vom Gesundheitsamt.

Auch die örtliche IHK wird von deiner Gewerbeanmeldung in Kenntnis gesetzt. Sie wird dich als neues Mitglied in ihre Kartei aufnehmen.

Schließlich solltest du daran denken, deinen Kiosk bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) anzumelden. Sie übernimmt die gesetzliche Unfallsversicherung für dich und deine Beschäftigten.

Was bringt ein Businessplan?

Damit deine Kiosk-Gründung zum Erfolg wird, brauchst du einen soliden Businessplan. Er enthält eine Beschreibung deiner Geschäftsidee, eine Analyse des Wettbewerbs und einen Finanzplan, der die Wirtschaftlichkeit belegt. Zugleich ist er eine Art Leitfaden für die Zeit nach der Gründung, an dem du dich in den turbulenten ersten Monaten entlang hangeln kannst.

Stelle dir für deinen Businessplan folgende Fragen:

  • Welche Produkte will ich an welchem Standort und zu welchen Preisen anbieten?
  • Wer ist meine Zielgruppe und mit welchen Maßnahmen kann ich sie erreichen?
  • Wie stark ist der Wettbewerb und wie setze ich mich davon ab?
  • Warum bin ich der richtige Mann oder die richtige Frau, das Vorhaben umzusetzen?
  • Welche Kosten entstehen und wie viel Umsatz muss ich machen, um sie zu decken?
  • Wie viel Geld brauche ich, wo soll es herkommen und bis wann kann ich es zurückzahlen?

Deinen Businessplan schreibst du in erster Linie für dich selbst. Aber wenn du eine Finanzierung brauchst, um deinen Kiosk zu eröffnen, schreibst du ihn auch für deine Bank. Smartbusinessplan hilft dir, einen Businessplan für deine Selbstständigkeit zu schreiben, der deine Geldgeber überzeugt.

Eine allgemein anerkannte Gliederung und kurze Leitfragen erleichtern dir das Schreiben – so wird das große Paket „Businessplan“ in viele kleine Portionen unterteilt, die du nach und nach bearbeiten kannst. Im Finanzteil stehen dir unsere digitalen Zahlenassistenten zur Seite und im Lexikon werden dir zentrale Begriffe erklärt. Und das Beste ist: In über 30 erfolgreichen Businessplänen von echten Gründern kannst du nachlesen, wie andere diese Aufgabe vor dir gelöst haben.

Mehrere Zeitungen in Ständer

Reichhaltiges Angebot an Zeitungen: ein Kiosk in Deutschland.

Keine Angst vor Zahlen

Als angehender Kioskbesitzer solltest du wissen, welche Zahlen für dein Geschäft wichtig sind und wie sie zusammenhängen. Das Schreiben deines Finanzplans ist eine gute Übung dafür. Er gibt einen Ausblick darauf, wie sich deine Geschäfte in den ersten Jahren nach der Gründung entwickeln. Er zeigt auf, ob bzw. ab wann du von deinem Kiosk leben kannst und wie viel Startkapital du bis dahin benötigst.

Unter Bankberatern gilt der Finanzplan als das Kernstück des Businessplans. Wichtiger noch als die reinen Zahlen sind allerdings die Annahmen, auf denen sie beruhen. Eine strahlende Umsatzprognose zu erstellen ist leicht. Aber nur, wenn du begründen kannst, warum deine Umsätze sich so erfreulich entwickeln werden, wie im Businessplan dargestellt, wirst du deine Hausbank überzeugen können, dir einen Kredit zu gewähren.

Wie viel Startkapital brauche ich für meine Kiosk-Eröffnung?

Bevor dein Kiosk Geld abwirft, musst du zunächst Geld in deinen Traum hineinstecken. Du musst deinen Laden herrichten und in Regale und Ausstattung investieren. Wenn du gebrauchte Möbel kaufst und bei deinen Lieferanten nachfragst, ob sie dir Displays oder Kühlschränke zur Verfügung stellen, kannst bei der Einrichtung sparen. Dann brauchst du noch Geld, um deinen Kiosk mit Waren zu befüllen und um die Mietkaution zu entrichten, die bei Gewerbeimmobilien bis zu sechs Monatsmieten oder sogar noch mehr umfassen kann.

Damit ist es aber noch nicht getan: Du solltest außerdem für einen bequemen Puffer sorgen, damit du deine Rechnungen auch dann bezahlen kannst, wenn deine Einnahmen (noch) nicht  ausreichen, um die Kosten decken. Es ist ganz normal, dass nach einer Gründung die Geschäfte nur langsam anlaufen – aber trotzdem musst du deine Mitarbeiter pünktlich entlohnen, die Miete überweisen und Waren nachkaufen können. Aus diesem Grund ist die Liquiditätsplanung ein zentraler Bestandteil deines Businessplans.

Wenn du mit SmartBusinessPlan arbeitest, wird anhand deiner Angaben zu Kosten, Erlösen und Kapitalausstattung automatisch ermittelt, wie sich die Liquidität deines Unternehmens in den ersten drei Jahren nach der Gründung entwickelt. Sollte sich ein Fehlbetrag ergeben, bist du gut beraten, durch höhere Kredite, einen Gründungszuschuss oder eine andere Form der Gründungsförderung deine Liquidität zu sichern.

Die Liquiditätsreserve zusammen mit den Investitions- und Gründungskosten macht deinen Kapitalbedarf aus. Wie hoch diese Summe sein wird, lässt sich so allgemein nicht beantworten. Das hängt unter anderem davon ab, wie groß dein Laden ist, wie aufwendig der Umbau wird und wie hoch die laufenden Betriebskosten ausfallen. Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt, aber von mindestens 30.000 Euro solltest du ausgehen.

Wie wichtig ist der passende Standort für meinen Kiosk?

Mit der Standortwahl stellst du die Weichen für deinen späteren Erfolg. Ein Kiosk lebt davon, dass er von seinen Kunden bequem und ohne Umwege erreicht wird. Ideale Standorte befinden sich zum Beispiel in der Nähe von Bahnhöfen oder in belebten Einkaufsstraßen. Hier werden allerdings oft hohe Mieten aufgerufen, die durch den Verkauf von Kaugummis und Zigaretten erst wieder eingespielt werden müssen.

Eine preiswertere Lage kann eine Alternative sein, solange sie nicht zu versteckt liegt und dort noch ausreichend potenzielle Kunden vorbeikommen. Das kannst du abschätzen, indem du dich mehrfach in der Nähe deines Wunsch-Objekts postierst und die Passanten zählst, die dort vorbeikommen.

In jedem Fall ist es wichtig, dass du dein Sortiment sorgfältig zusammenstellst, sodass es zum Standort und zur Laufkundschaft passt.

Tresen eines Kiosks

Blick über den Tresen in einen Kiosk: Vor allem Süßes geht weg wie warme Semmeln. Manchmal gibt es sogar Semmeln!

Das passende Konzept entwickeln

Womit wir bei der Frage wären, wie du dich mit deinem Kiosk positionieren möchtest. Wie möchtest du dich von deinen Wettbewerbern absetzen? Warum sollten deine Kunden ausgerechnet in deinen Laden kommen?

Dich über günstigere Preise zu positionieren, wird schwierig, weil viele der typischen Kiosk-Produkte preisgebunden sind. Bleibt nur, deine Kunden mit dem perfekten Angebot zu überzeugen.

Zunächst solltest du ihnen das bieten, was sie in einem Kiosk erwarten: Tabakwaren, Zeitungen, Naschereien und Getränke für den sofortigen Verbrauch. Darüber hinaus kannst du kreativ werden. Behalte dabei stets die Bedürfnisse deiner Kunden im Blick: Liegt dein Kiosk in einem reinen Wohngebiet ohne Einkaufsmöglichkeiten könntest du frische Backwaren, Tiefkühlpizza, Milch oder Butter in dein Sortiment aufnehmen. Befindet sich dein Laden in der Nähe einer Schule, kannst du deine Kunden vermutlich mit Süßigkeiten, Eis und Sammelstickern besonders begeistern. Besteht deine Zielgruppe wiederum vor allem aus Berufspendlern, sind belegte Brötchen, Coffee to go und Tageszeitungen das Nonplusultra.

Natürlich kannst du auch mehrere Zielgruppen ansprechen. Überlade deinen Kiosk jedoch nicht. Für jedes Produkt brauchst du Platz, für den du Miete zahlst. Außerdem wollen deine Kunden auf Anhieb finden, was sie suchen. Wenn du es allen recht zu machen versuchst, wissen deine Kunden bald nicht mehr, wofür du eigentlich stehst.

Achte bei der Konzeptentwicklung auch darauf, dass du die gesetzlichen Vorgaben im Blick behältst. Sobald du zum Beispiel Getränke und Speisen zum Verzehr vor Ort anbietest, gilt dein Kiosk als Gaststätte und du brauchst eine kostenpflichtige Konzession. Ob sich das lohnt, kannst du abschätzen, wenn du in deinem Businessplan unterschiedliche Szenarien durchrechnest und miteinander vergleichst. Mit Smartbusinessplan ist das kein Problem: Einfach auf „Duplizieren“ klicken und schon kannst du deine Erlöse und deine Rentabilität einmal mit und einmal ohne „Gaststätten-Funktion“ kalkulieren.

Es ist gut und sinnvoll, sich schon vor der Gründung Gedanken darüberzumachen, was du in deinem Kiosk anbieten möchtest und wie du deine Kunden begeistern willst. Aber um auf lange Sicht Erfolg zu haben, musst du dein Angebot beständig weiterentwickeln. Reagiere frühzeitig auf Trends, analysiere die Abverkaufszahlen und verabschiede dich ggf. von Produkten, die sich nicht lohnen. Manchmal genügt es auch, die Waren umzustellen und bestimmte Produkte sichtbarer zu platzieren.

Echte Businesspläne von erfolgreichen Unternehmern

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Nachfolge als Alternative zur Neueröffnung

Hast du schon mal darüber nachgedacht, einen bestehenden Kiosk zu übernehmen? Das ist eine gute Möglichkeit, dein unternehmerisches Risiko zu reduzieren. Wenn du deinen Laden ganz neu eröffnest, kannst du ja nicht wissen, ob es an diesem Standort überhaupt einen Bedarf für einen Kiosk gibt. Wenn du stattdessen einen gut laufenden Kiosk übernimmst, startest du mit einem festen Kundenkreis und kannst auf den Erfahrungen deines Vorgängers aufbauen.

Wenn du einen Kiosk gefunden hast, der deinen Vorstellungen entspricht und für den eine Nachfolge gesucht wird, heißt es allerdings, kühlen Kopf bewahren: Lass dich nicht von den Aussagen deines Vorgängers blenden, sondern prüfe die Betriebswirtschaftlichen Analysen (BWA) der letzten Jahre sehr genau – im Idealfall gemeinsam mit deinem Steuerberater oder einem Experten, der sich im „kleinflächigen Einzelhandel“ auskennt. Darüber hinaus empfiehlt es sich, einige Wochen oder Monate im Geschäft mitzuarbeiten, bevor du den Kaufvertrag unterzeichnest. Dadurch erhältst du einen perfekten Einblick in die Abläufe, bekommst ein gutes Gespür für deine Kunden und kannst erste Kontakte zu den Lieferanten knüpfen.

Als Daumenregel gilt: Der Kaufpreis sollte maximal (!) den dreifachen Jahresgewinn ausmachen, gerechnet auf den Durchschnitt der letzten drei Jahre (bei Personengesellschaften ist davon ein kalkulatorischer Unternehmerlohn abzuziehen, sofern dein Vorgänger regelmäßig selbst in seinem Kiosk stand).

Welche Vorteile bietet ein Franchisesystem?

Eine weitere Möglichkeit, dein Risiko zu verringern, ist die Gründung eines Franchisebetriebes. Wenn du einen Franchisevertrag mit einem seriösen Partner abschließt, profitierst du von einer bekannten Marke und bekommst hinsichtlich der Sortimentgestaltung, dem Personalbedarf, der Preisgestaltung und der Kosten- und Umsatzplanung Unterstützung. Außerdem brauchst du dir so gut wie keine Gedanken über die Positionierung oder die Außenwirkung deines Kiosks zu machen.

Das alles bekommst du allerdings nicht zum Nulltarif: Neben der Einstiegsgebühr musst du jeden Monat einen Anteil deines Umsatzes an deinen Franchisegeber überweisen. Und du bist in deiner unternehmerischen Freiheit insofern eingeschränkt, als dass du die Vorgaben deines Franchisegebers umzusetzen hast.

Ob Neueröffnung, Geschäftsübernahme oder Franchise: Mit guter Planung und einem soliden Businessplan stehen die Aussichten gut, dass du mit deinem Kiosk in ein erfülltes Unternehmerleben startest.

Viel Erfolg dabei wünscht dir dein

Dr. Jan Evers

 

(Titelfoto „annies kiosk“: Arne List)

Über den Autor
Dr. Jan Evers

Gründungsexperte Dr. Jan Evers ist Inhaber der Beratungsgesellschaft evers & jung in Hamburg. Für Ministerien, Banken und Wirtschaftsförderer entwickelt die evers & jung GmbH seit über 15 Jahren Konzepte und Lösungen, die Unternehmern das Gründen und die Selbstständigkeit erleichtern.

Ich bin bereit, ein neues Projekt mit SmartBusinessPlan zu starten.

bhp