Imbiss eröffnen – Mit gutem Plan zum Erfolg

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Ob Bio-Burger, Döner oder Currywurst, Imbisse erfreuen sich bei Gründern schon immer einiger Beliebtheit. Im Gegensatz zum Restaurant und dem Café sind die Risiken und nötigen Investitionen in der Regel geringer. Hinzu kommt, dass ein Imbiss mit dem richtigen Konzept in fast jedem Umfeld erfolgreich werden kann. Doch allein mit einer guten Wurst ist eine Imbissgründung nicht getan. Vorbereitung und genaue Planung sind Pflicht, damit aus deinem Imbiss ein Erfolg wird. Die folgenden Punkte solltest du schrittweise erledigen. Du kannst sie wie deine Checkliste zur Gründung benutzen.

Die Planung deines Imbisses

Um deiner Planung einen guten Rahmen zu geben und dir die Arbeit an der inhaltlichen Struktur zu ersparen, kannst du die Standardstruktur eines Businessplans benutzen. Dieser hilft dir, deine Annahmen und Erkenntnisse in strukturierter und gut lesbarer Form darzustellen. Das unterstützt die Entwicklung des Geschäftsmodells mit einem roten Faden. Aber auch, wenn du andere von deiner Idee überzeugen musst, unterstützt dich die Struktur des Businessplans dabei. Traditionell beginnst du deinen Businessplan mit einer Zusammenfassung deiner Geschäftsidee. Gehe hierbei nicht zu sehr ins Detail, dafür sind die einzelnen Kapitel da.

Deine Kunden

Für jede erfolgreiche Imbissgründung ist es wichtig, dass du weißt, an wen sich dein Imbiss richtet. Dein Angebot, deine Einrichtung und deine Preise hängen stark davon ab, welche Zielgruppe du erreichen willst. Bevor du also mit der Planung weitermachst, solltest du ausreichend Zeit in das Thema Kunden investieren.

Bei Imbissen hängt die Zielgruppe in der Regel vom Standort ab. Es bringt nämlich nichts, das beste Angebot zu haben, wenn es nicht zu den Kunden in der Umgebung passt. Hier solltest du eine Standortanalyse durchführen. Welche Klientel bewegt sich in der Nähe deines Imbisses? An welche Kunden richten sich die Geschäfte in deiner Nähe? Gibt es Konkurrenz?

Ein Beispiel: Du eröffnest deinen Imbiss am Rande eines Gewerbegebietes. Deine Kunden werden sich also primär aus den Arbeitern in den Unternehmen zusammensetzen. Der Mittags- und Feierabendverkauf werden deine größten Verkaufszeiten sein. Abends essen die Arbeiter eher zu Hause, also wird bei dir nicht viel los sein. Da du Arbeiter und Angestellte bedienst, wird für dich auch der Schichtdienst relevant. Statt eines großen Mittagsansturms wirst du Besucherspitzen über den Tag verteilt haben. Nämlich immer dann, wenn eine Schicht zu Ende geht oder kurz davor ist, zu beginnen.

Wie du siehst, beeinflusst der Standort und damit auch die Zielgruppe das Konzept deines Imbisses erheblich. Damit du nicht an deinen Kunden vorbei gründest ist es unerlässlich, dass du mit ihnen direkt redest. Dafür kannst du einfach auf die Straße gehen und Menschen, die du dir als Kunden vorstellen kannst, ansprechen. Die wenigsten von ihnen werden ihre Meinung zu deiner Idee hinter dem Berg halten. Hier sammelst du wichtiges Feedback, das unbedingt in dein Geschäftskonzept einfließen sollte.

Wenn wir das auf unser Beispiel erweitern, kannst du auch in die anliegenden Unternehmen gehen und die Mitarbeiter direkt nach ihrer Meinung fragen. Sprich das aber bitte vorher mit deren Chef ab.

Du kannst beim Kontakt mit dem Kunden nichts verlieren, nur gute Hinweise und eventuell schon deine ersten Kunden gewinnen.

Wichtige Fragen können dabei sein:

  • Wie oft in der Woche isst du Mittag (davon auswärts)?
  • Würdest du in einem Imbiss dein Mittag essen gehen?
  • Welche Speisen erwartest du von einem Imbiss?
  • Was fehlt dir bei den existierenden Imbissen?

Für weitere Einblicke schau einfach mal in unser Interview mit Elmer Staudt rein. Da lernst du auch, warum du deinen Imbiss nicht vor einem Elektronikgeschäft aufmachen solltest.

Pommes

Dein Geschäftsmodell

Durch deine Nachforschungen weißt du nun, an wen sich dein Imbiss wenden soll. Das ist ein solides Fundament für ein gutes Geschäftskonzept.

Angebot: Dein Angebot umfasst alle Produkte, die du an deine Kunden verkaufen willst. Sie sollten klar zu deiner Zielgruppe passen. Der Imbiss aus unserem Beispiel sollte sich eventuell auf ein bodenständiges Mittagsangebot konzentrieren. Es bringt nämlich nichts, wenn du deinen Imbiss abends öffnest, wenn all die Mitarbeiter schon zu Hause sind. Da hilft auch das beste Angebot nichts. Auch die Art der von dir verkauften Speisen und Getränke sollten zum Umfeld und deinen Kunden passen. So kannst du in Innenstädten mit Bioprodukten in der Regel mehr punkten als im Gewerbegebiet.

Preise: Es gibt zwei Faktoren, die deine Preise maßgeblich beeinflussen. Das sind zum einen deine Kosten, die du ja mit dem Verkauf wieder reinholen musst. Zum anderen ist da die Zahlungsbereitschaft der Kunden. Hier solltest du einiges an Zeit investieren, um sicherzustellen, dass sich die beiden Faktoren die Waage halten. Im Finanzteil deines Businessplans kannst du deinen Umsatz genau planen. Durch deine Schätzungen dort kannst du auch in Erfahrung bringen, zu welchem Preis du mindestens verkaufen musst, um deine Kosten wieder reinzuholen. Die Zahlungsbereitschaft der Kunden erfährst du während deiner Marktanalyse. Liegt sie unter deinem kleinsten kostendeckenden Preis, musst du dich fragen, ob dein Geschäftsmodell das richtige für diese Art Kunden ist.

Alleinstellungsmerkmal: Der Imbissmarkt ist ein klassischer Konkurrenzmarkt. Wenn du nicht gerade etwas komplett Unbekanntes anbietest, wird sich dein Angebot mit dem deiner Wettbewerber, zumindest in Teilen, überschneiden. Nicht nur Imbisse sind hier deine Konkurrenz, sondern auch Supermärkte mit Convenience-Angeboten, Fast-Food-Ketten und Restaurants. Denn sie erfüllen, wie dein Angebot, das Bedürfnis der Menschen nach Essen. Mit einer solchen Fülle an Optionen konfrontiert hat jeder potentielle Kunde die Wahl, wo er hingeht. Du musst ihm also etwas bieten, das dich von der Masse abhebt. Das kann eine besondere Speise, außergewöhnliche Qualität oder ein ungewöhnlich eingerichteter Imbiss sein. Versuche nie, dich allein durch den Preis gegen deine Konkurrenz durchzusetzen. Das führt nur zu einem Preiskampf, der sowohl deinen, als auch den Umsatz deiner Konkurrenz senkt und am Ende keinen Erfolg bringt.

Innovative Ideen können dir den nötigen Vorteil gegenüber deiner Konkurrenz verschaffen, wenn sie bei deinen Kunden ankommen. Schau dich einfach mal in der Gastroszene um, was gerade im Kommen ist. Dann kannst du schauen, was du davon in deinem Imbiss nutzen und umsetzen kannst. Aber Achtung: Nicht mit dem Kopf durch die Wand. Ein Trend, der gerade neu in den Großstädten ankommt, muss in klassischeren Umfeldern nicht gleich funktionieren. Meist braucht es einfach ein bisschen Zeit, bis die Trends es in alle Bereiche schaffen. Manchmal schaffen sie es auch gar nicht. Hol dir immer wieder Feedback von deinen Kunden, ob sie bereit wären, den Trend mal zu probieren. So stellst du sicher, dass du deine Kunden nicht vergraulst, lässt aber auch keine guten Ideen aus Angst liegen.

Größe: Imbisse gibt es in verschiedenen Größen und Formen. Die Größe sollte immer der tatsächlichen Nachfrage entsprechen. Ein riesiger Imbiss mit nur wenigen Kunden sieht nicht nur unschön aus, sondern kostet auch unnötig viel Geld. Du solltest also berechnen, wie viel Kundschaft zu erwarten ist und dann nach einem angemessenen Objekt in der Umgebung suchen. Manche Imbissbesitzer umgehen diese Problematik komplett und eröffnen einen größenunabhängigen Imbiss, bei dem aus einem Ladenfenster oder sogar aus einem Foodtruck verkauft wird. Das hat den Vorteil, dass nur die Nachfrage und deine Fähigkeit, dieser nachzukommen, die Menge an Kunden begrenzt.

Genehmigungen: Je nachdem, wie dein Imbiss aussehen soll, brauchst du einige Genehmigungen. Grundsätzlich musst du dein Gewerbe anmelden, denn du willst ja Geld mit deinem Imbiss verdienen. Da du aber zusätzlich Speisen und Getränke anbietest, bedarf es einer Gaststättenerlaubnis. Diese ist bei deinem zuständigen Ordnungsamt zu beantragen. Um dir ein Bild davon zu machen, welche Unterlagen du mitbringen und was du vorbereiten musst, schau auf der Website der IHK-Berlin vorbei. Dort gibt es eine extra Informationsseite zum Thema Eröffnung eines Gaststättengewerbes. Auf der Seite findest du auch den Gastromaten, der dir mit ein paar Klicks ein Formular mit den benötigten Unterlagen zusammenstellt.

Dein Marketing

Ein erfolgreicher Imbiss ist kein Selbstläufer. Ohne Kunden kannst du keinen Umsatz machen. Damit Kunden zu dir kommen, müssen sie erstmal von dir erfahren. Ein gut durchdachtes Marketingkonzept gehört also genauso zu deinem Imbiss wie die Currywurst. Das gilt für den Anfang gleich doppelt. Zum Marketing zählen sowohl das Aussehen deines Imbisses, als auch alle Maßnahmen, die entfernte Kunden anlocken sollen. Das Aussehen ist wichtig, da viele Kunden sich eher spontan für einen Imbiss entscheiden. Dein Imbiss sollte also ansprechend wirken und den Kunden dazu bewegen, bei dir zu essen. Deine Einrichtung und das Außendesign sollten klar anzeigen, um was für eine Art Imbiss es sich handelt und welche Waren du anbietest. Mache es deinem Kunden hier so einfach wie möglich. Ein außen angebrachtes Menü und eine Angebotstafel reichen meist schon aus. So kann sich jeder ein eigenes Bild von deinem Imbiss machen.

Das Aussehen deines Imbisses wird allerdings nur die Kunden anlocken, die nah daran vorbeigehen bzw. fahren. Um noch weitere Kundenkreise zu erschließen, stehen dir vielfältige Methoden zur Verfügung. Der Angebotsflyer ist hier ein Klassiker. Du kannst ihn in anderen Geschäften auslegen – achte nur darauf, dass das Geschäft zu deiner Zielgruppe passt. Bei unserem Gewerbegebietsbeispiel wäre es außerdem sinnvoll, bei den Unternehmen vorbeizuschauen und den Flyer am Empfang abzugeben. So schaffst du es vielleicht in die Mittagsschublade und machst es den Mitarbeitern leichter, dich zu finden. Zusätzlich kannst du eine Rabattaktion für Mitarbeiter dieses Unternehmens fahren und gleich ein paar Kunden an dich binden.

Immer mehr Menschen nutzen heutzutage das Internet, um nach Essensmöglichkeiten zu suchen. Nutze das für dich. Eine eigene kleine Website ist nicht teuer. Meist reicht eine Infoseite mit deinem Angebot schon aus. Mit dieser Website kannst du dich dann auch bei Diensten wie Google My Business anmelden. Das sorgt dafür, dass dein Imbiss auf der Google Karte auftaucht, wenn ein Kunde nach Imbissen in der Gegend sucht. Und für das Suchen nach Mittagssnacks in der Umgebung gibt es inzwischen schon spezielle Smartphone-Apps.

Achte bei deinem Marketing immer darauf, dass es zu deinen Kunden passt und führe es dort durch, wo sich deine Kunden aufhalten.

Echte Businesspläne von erfolgreichen Unternehmern

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Deine Finanzierung

Die Eröffnung eines Imbisses zählt zu den günstigeren Gründungen in der Gastronomie. Trotzdem müssen die Gründungskosten gestemmt werden. Verfügst du dafür über genug Eigenkapital, ist das super. Wenn nicht, benötigst du eine Finanzierung in Form von Fremdkapital. In der Regel ist das ein Bankkredit. Um deine Bank davon zu überzeugen, dass dein Imbiss ein Erfolg wird und eine Finanzierung wert ist, brauchst du einen vollständigen und realistischen Businessplan. Dieser sollte neben den oben genannten Bereichen einen gut durchgerechneten Finanzteil besitzen. Hier kannst du der Bank beweisen, dass dein Geschäftsmodell betriebswirtschaftlich fundiert ist und das investierte Geld in jedem Fall samt Zinsen zurückgezahlt wird. Achte darauf, dass du realistische Zahlen benutzt. Bankberater haben in der Regel schon dutzende Businesspläne geprüft und ihnen würde sofort auffallen, wenn du versuchst, deine Zahlen zu schönen.

Ein kritischer Fehler, den man als Gründer bei der Finanzplanung machen kann, ist, keine ausreichenden Reserven einzuplanen. Denn so gut dein Plan auch ist, besitzt du doch keine Glaskugel. Lieferungen verzögern sich, Investitionen werden teurer als geplant oder der Durchbruch lässt etwas länger auf sich warten. All diese Probleme können dazu führen, dass dein Geld knapp wird. Damit du nicht wegen solchen Dingen in eine Insolvenz gehen musst und am Ende hochverschuldet dastehst, plane ein gesundes Polster als Notreserve ein. Dieses Geld solltest du nur nutzen, wenn es wirklich nötig ist – und die Reserve dann in guten Zeiten wieder aufstocken.

Nach der Gründung

Du hast deinen Businessplan geschrieben, einen Bankkredit erhalten und verkaufst schon die ersten leckeren Speisen an hungrige Kunden. Damit hast du schon einen großen Schritt in Richtung Erfolg getan. Verfalle aber jetzt nicht in Bequemlichkeit, denn nach der Planung ist vor der Planung. Verfolge deine Umsätze und Kosten genau. Stell dein Angebot regelmäßig auf den Prüfstand und ändere falls nötig. Pflege eine saubere Buchführung. Vergleiche die Realität mit den Annahmen des Businessplans. Was ist genau so eingetreten? Was ist anders gekommen als gedacht? Was kannst du daraus lernen?

All diese Erkenntnisse kannst du in dein Repertoire aufnehmen. Wenn das nächste Mal eine große Planung von Nöten ist, bist du schon besser vorbereitet als zu Beginn.

Dr. Jan Evers, Gründungsexperte und Mitbegründer von SmartBusinessPlan:

  1. Schau dir die Kalkulationen in den Plänen von Cafés und Gastronomie in SmartBusinessPlan an: Wenn du die Konzepte von Café Glücklich, die Herren Simpel und des Gasthofes vergleichst, bekommst du ein gutes Gefühl für Kostenstruktur. Café Glücklich und die Herren Simpel haben beide sehr interessante und bis heute erfolgreiche Marketingkonzepte entwickelt. Davon kann man viel lernen.
  2. Es gibt Tools zur Standortanalyse – hier wird sehr quantitativ, aber damit auch recht objektiv gesagt, wo Laufkundschaft zu erwarten ist.
  3. Vorsicht vor Standorten, wo Imbisse dichtgemacht haben. Das Negativimage ist schwer weg zu bekommen. Du müsstest schon ganz genau wissen, woran es gescheitert ist, wie viel Geld du durch vorhandene Einrichtungen sparst und wie du das „Under new Management“ deutlich machst.
  4. Es gibt in den meisten Städten Gastronomiespezialisten, vermittelt über die DEHOGA. Die haben meist schon viele Pleiten gesehen und sind recht kritisch: Gönne dir diesen kritischen Blick. Leider haben sie meist Recht – auch wenn es in der ersten Liebe zu deiner Idee und dem Objekt schwer fällt, das zu akzeptieren.
Über den Autor
Julius Pankoke

Julius Pankoke ist bei uns für internationales Marketing zuständig. Er schreibt in unserem Gründerblog über Business Development, Existenzgründung und Marketing.

Ich bin bereit, ein neues Projekt mit SmartBusinessPlan zu starten.

bhp