Wie Angst verhindert, dass dein Businessplan fertig wird

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Heute ist es komfortabler als je zuvor, den eigenen Businessplan zu erstellen. Mit einer Software wird man durch den Schreib- und Planungsprozess gelotst. Dennoch brauchen manche Gründer monatelang, bis der Businessplan final ist. Welche Ängste hindern sie daran, endlich den Schlusspunkt unter ihr Konzept zu setzen?

Manch einer sprudelt über vor Ideen. Das ist gut. Aber dauerhaft enttäuschend ist, wenn keine Idee je umgesetzt wird. Bei der Planung eines Unternehmens kann es Momente geben, in denen man erst zweifelt, dann verzweifelt und schließlich alles hinwerfen will. Da braucht es Lösungen. Doch es gibt immer wieder Gründer, die dann nicht über ein Hindernis springen oder es einreißen, sondern davor stehenbleiben. Hier entwickeln sich Ängste. Auf Nachfragen heißt es dann nach Monaten noch immer: „Ich schreibe noch an meinem Businessplan“. Autsch.

Angst ist an sich nichts Schlechtes, sie schärft die Sinne. Aber Angst vor dem Versagen, vor der Ablehnung einer guten Idee – die kann einen erstarren lassen. Fleißiges Aufschieben hilft leider nur temporär. Die folgenden Ängste können eine blockierende Rolle spielen und dazu führen, dass dein Businessplan nicht fertig wird. Vielleicht helfen dir unsere Tipps dabei, wieder produktiv arbeiten zu können.

Du hast Angst, dass du nicht das Zeug zum Unternehmer hast

Du kommst immer wieder ins Zweifeln, weil du Angst hast, dass du sowieso nie ein richtiger Unternehmer wirst. Wie sollst du das denn schaffen?

Regelmäßig werden erfolgreiche Unternehmer miteinander verglichen, um DIE entscheidenden Eigenschaften herauszufiltern, die alle zum Erfolg führten. Ist es die Bereitschaft, auch nachts zu arbeiten? Sinn für Ordnung oder besonderes Führungs- oder Verhandlungsgeschick? Letztlich kann man das nicht festmachen. Gutes Abschneiden in ominösen Persönlichkeitstests und aufregende Softskills-Zertifikate („ist sehr kommunikativ“) bedeuten nicht zwangsläufig, dass ein Unternehmer etwas drauf hat. Das muss er durch sein Handeln zeigen. Aber wenn man gar nicht handelt, bleibt alles wie es ist.

Tipp: Lass dich nicht verrückt machen. Buche ein Existenzgründerseminar in deiner Stadt. Das dauert i.d.R. zwei Tage und gibt einen guten Überblick, was beim Gründen alles auf dich zukommt. Vorteil: Andere Gründer sitzen neben dir und du kannst dich auf einer persönlicheren Ebene austauschen. Versuche ein Gefühl für das Unternehmersein zu bekommen. Sprich mit anderen, die ebenfalls ihr eigenes Ding machen wollen.

Beim Austausch mit anderen Unternehmerpersonen hat auch unser Gründungsexperte Dr. Evers am meisten gelernt. In seinem Artikel zu Unternehmertypen findest du neben Empfehlungen für Lektüre auch einen Link zu einem Unternehmertest. Vielleicht hilft es dir, es bleibt jedoch Theorie.  Fest steht nur: Am Anfang gehört Mut dazu. Der Rest kommt von ganz allein.

Silhouette eines Mannes vor hellem Fenster

Jeder hat vor irgendetwas Angst. Aber gegen jede Angst kann man etwas tun!

Du hast Angst, dass du nicht genug weißt

Du machst den entscheidenden Schritt nicht, weil du Angst hast, dass dir Wissen fehlt.

Die unfassbare Menge an Wissensquellen im Internet hat schon so manchen vom Schaffen abgehalten. Schnell verliert man sich in den Fluten, liest tonnenweise Gründungsartikel im Internet, bestellt die Top10 der Startup-Bücher, recherchiert in Best-Practice-Berichten. Abends im Bett weiß man dann zwar, was die anderen alle so gemacht haben, ist aber keinen Schritt mit dem eigenen Projekt vorangekommen.

Tipp: So viel wie nötig! Nach diesem Leitspruch überlege, was du wirklich wissen musst, wenn deine Geschäftstätigkeit startet. Lass dich nicht aufhalten von einem überhöhten Anspruch, du bist kein Lexikon für Gründer. Du bist der Gründer und willst eine tolle Idee Realität werden lassen. Also raus aus der Theorie und rein ins kalte Wasser!

Niemals wird der Moment kommen, wo du denkst: „Mit dem heutigen Tage habe ich ausgelernt zum Thema Gründen, ich weiß nun alles!“ Learning by doing ist empfohlen, als geh mit der Idee raus aus den vier Wänden. Schau dir in dem Zusammenhang unseren Artikel über Lean Startup an.

Du hast Angst, dass du mit deinem Produkt kein Geld verdienen wirst

Du stellst kein valides Geschäftsmodell auf, weil du Angst hast, dass dann die Unwirtschaftlichkeit deiner Idee sichtbar wird.

Eine Idee ist noch kein Geschäftsmodell. Wenn deine Idee z.B. ist, dein Wissen über Modefotografie in aufregenden Workshops zu teilen, dann stellen sich verschiedene Fragen. Woher kommen die Teilnehmer dafür? Wie viel muss ein Workshop kosten, damit du davon leben kannst und wie viele Teilnehmer benötigst du mindestens pro Monat? Viele Gründer machen sich leider an dieser Stelle nicht die notwendigen Gedanken darüber oder geben sich hanebüchenen Illusionen hin, nach dem Motto „die Kunden werden mir die Türen einrennen“.

Das Ganze sollte also schon im Grundsatz durchdacht sein, wenn zur Feder gegriffen wird. Sonst läufst du Gefahr, erst beim Schreiben auf gewisse Probleme zu stoßen. Dann fängst du an, Kapitel zu ändern und Pläne über den Haufen zu werfen – ein zusammengestückeltes Gesamtwerk ohne roten Faden kann entstehen. Schlimmstenfalls verlierst du jede Motivation an deinem Businessbaby.

Tipp: Den perfekten Businessplan und das perfekte Geschäftsmodell, die gibt es beide nicht. Habe keine Angst, wenn dein Konzept schon auf dem Papier scheitert. Besser dort, als nach zwei enttäuschenden Jahren und Schulden, weil du nie den Bedarf deiner Wunschkunden geprüft hast.

Tritt einen Schritt zurück und betrachte die Zusammenhänge und das große Ganze. Nutze dafür die Geschäftsmodell-Darstellung, wie sie die Business Model Canvas bietet. Damit machst du dir schon vor dem Schreiben des Businessplans Gedanken über die Schlüsselfaktoren wie Vertriebskanäle, Ressourcen, Kundenbeziehung und noch einige andere. Diese ergeben, in eine sinnvolle Beziehung zueinander gebracht, dein Geschäftsmodell.
Bei dieser Kurzdarstellung auf kleinem Raum merkst du schnell, wo es noch hakt – und kannst dir ebenso schnell Alternativen überlegen.

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Du hast Angst, dass du keinen Markt für dein Produkt hast

Du bringst deine Recherche- und Analysephase nicht zu Ende, weil du Angst hast, dass ihre Ergebnisse das Ende deiner Geschäftsplanung bedeutet.

Wenn du deinen Markt analysierst, bist du vielen Gründern schon voraus. Nicht wenige planen schon die Einrichtung teurer Geschäftsräume, bevor sie eine Markt- und Konkurrenzanalyse erstellt haben. Gern wird auch ignoriert, ob überhaupt Bedarf für die angedachte Idee besteht. Allerdings kannst und solltest du deine Idee validieren und notwendige Informationen recherchieren. Doch Obacht: Jede Analyse und Recherche muss ein logisches Ende haben.

Tipp: Lege vor Beginn deiner Analysen fest, was du wissen musst, z.B. die Anzahl ähnlicher Geschäfte im Umkreis von fünf Kilometern, Qualität und Sichtbarkeit konkurrierender Webseiten, Anzahl von Kunden, die in acht Stunden durch eine Ladenstraße laufen. Frage Menschen, ob sie Geld für dein Produkt bezahlen würden – vielleicht würden sie es nicht mal geschenkt wollen. Sei dir vor Beginn der Arbeit darüber im Klaren, was genau du herausfinden willst und wann die gesammelten Informationen belastbar und für dich nützlich sind.

Du hast Angst, dass deine Formulierungen entscheiden

Du findest nicht den Punkt, an dem du deine Textarbeit finalisiert und sagst „Fertig!“ Du hast Angst, dass dein Konzept in dieser Form abgelehnt wird.

Kennst du diese aufregenden Texte, die reich an Kommas, in sich verschachtelten hochkomplexen Aussagen und obendrein an Füllwörtern sind, nicht ohne angeberisch mit äußerst wissenschaftlicher Wortwahl und verworrenem Ausdruck jenes Thema zu beschreiben, an welches….

Uff. Fasse dich kurz. Falls du Geld mit deinem Businessplan akquirieren willst, sei nett zum Leser. Er will deine Idee verstehen und die Art, wie du damit Geld verdienen wirst. Dafür braucht es keine wissenschaftliche Arbeit und keinen Goethe-Text. Spätestens, wenn du an jedem Satz zum fünften Mal rumdokterst, Absätze wieder und wieder änderst und eingefügte Grafiken aussehen wie von der Kunstakademie, solltest du die Reißleine ziehen.

Tipp: Fasse dich kurz, sei prägnant in der Aussage. Die Informationen sollen klipp und klar formuliert und das Wichtige nicht im dritten Nebensatz versteckt sein. Wenn du überarbeiten musst, dann sollte es wirklich ein Gewinn sein oder inhaltlich etwas Neues hergeben. Aussagekräftige Bilder und Grafiken sollten immer so gestylt sein, dass der Betrachter schnell die Information daraus ziehen kann, die du ihm damit geben willst. Rechtschreibfehlerfrei sollte dein Businessplan natürlich sein.

Fazit

Lass dich nicht aufhalten – fang an. Finde den Punkt, wo du dich wohlfühlst. Sprich mit Leuten aus der Branche. Das funktioniert am besten und du kannst dich an den Erfahrungen anderer laben.

Geh raus aus der Komfortzone und spring über deinen eigenen Schatten. Das wirst du noch oft genug tun müssen als Unternehmer und Strippenzieher.

Setze bei der Schreibarbeit im Businessplan einen Haken an ein fertiges Kapitel. Wenn es noch nicht rund ist, schreibe dir exakt dazu, warum das so ist. Ein vages Gefühl, dass dein Plan noch nicht final ist, hilft dir nicht. Finde explizit heraus, an welchen Schrauben du noch drehen musst. Dann drehe daran, pack den Schraubendreher weg und stelle deinen Businessplan auf die Beine. Er wird stehenbleiben!

Über den Autor
Oliver Bodenhaupt

Oliver Bodenhaupt ist Ansprechpartner für Gründer bei SmartBusinessPlan. Seine Spezialgebiete sind Entrepreneurship und User Experience Design. Nach der Arbeit geht er zum Bouldern in Berlin.

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bhp